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Inhaltsstoffe/Nährwerte und Wirkung von Olivenöl

Olivenöl hat eine grün-braune bis goldgelbe Farbe und besteht zu ca. 50-80 % aus Ölsäure. Weitere Inhaltsstoffe sind die Linolsäure und Palmitinsäure.

Olivenöl

Der Anteil der Linolsäure liegt schwankend zwischen 3-21% und Palmitinsäure hat im Olivenöl einen Anteil von ca. 7-20%. Des weiteren besteht Olivenöl aus fast nicht nennenswerten Fettsäuren wie Palmitoleinsäure und Stearinsäure, da der Anteil bei unter 1% liegt.

Das Säureverhältnis zwischen gesättigten und ungesättigten, sowie mehrfach ungesättigten ist recht ausgewogen. Olivenöl besteht aus ca. 70-80 Prozent ungesättigten, ca. 15 % gesättigten und ca. 9 % mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Olivenöl enthält Chlorophyll und Carotinoide wodurch das Olivenöl bzw. die Olive seine schöne Farben bekommt. Chlorophyll ist für den Grünstich verantwortlich, wobei Carotinoide einen gelben bis rötlichen Farbstich verursachen. Je nach Anteil der Stoffe in der Olive, so auch die Farbe. Ausserdem enthält Olivenöl geringe Anteile an IE Vitamin A.

Die im Olivenöl enthaltene Palmitinsäure ist die einzige nennenswerte gesättigte Fettsäure. Die Fettsäure kommt in Schweineschmalz und Palmöl vor. Die Palmitinsäure ist für die leicht zähflüssige Konsistenz verantwortlich.

Palmitinsäure dient der Kosmetikindustrie als Verdickungsmittel in Cremes und Salben.

Wenn Olivenöl natürlich und unbehandelt ist, enthält es den wertvollen Wirkstoff Oleocanthal. Oleocanthal wirkt stark antioxidativ und entzündungshemmend wie Ibuprofen.

Olivenöl Anwendung

Da naturtrübes und unraffiniertes Olivenöl durch den Wirkstoff Oleocanthal entzündungshemmend wirkt, nutzte man es früher in der Heilmedizin in Form von äußerlichem Einreiben gegen Hautprobleme. Wurde das Olivenöl zur Einnahme verabreicht, diente es der Minderung bei inneren Entzündungen im Körper.

Olivenöl kommt in der Heilpraktik und als Hausmittel zur innerlichen Einnahme bei Verstopfungen, Blähungen und Bauchschmerzen zum Einsatz. Nehmen Sie einen Teelöffel Olivenöl am frühen Morgen – damit geben Sie Ihrem Darm einen kleinen Stoß in die richtige Richtung. Wenn Sie gerade kein Olivenöl zu Hause haben, können Sie auch Rizinusöl als natürliches Abführmittel benutzen.

In der Kosmetik gibt es Pflegecremes, welche aus Olivenöl hergestellt werden. Die Olivenöl-Creme ist ein begehrtes Hautpflegeprodukt für empfindliche Haut oder Mischhaut, meist noch mit essentiellen Inhaltsstoffen bzw. Vitaminen wie zum Beispiel Vitamin A und E angereichert. Wenn Vitamin A dem Olivenöl zugeführt wird, kann der Körper dies als Provitamin A nutzen – also als zellschützendes Antioxidanz. Olivenöl Creme schützt stets vor der Austrocknung der Haut, hilft bei Neurodermitis (Schuppenflechte), gegen Pickel, Ekzeme, gegen Falten und gegen Altersflecken, bzw. reifer Haut, mit Antifalten-Wirkung rund um die Augen. Wenn Olivenöl Creme mit Hyaluron angereichert wird, wirkt die Creme aus Oliven zusätzlich feuchtigkeitsspendend.

Olivenöl Creme kann nicht nur als Gesichtscreme, sondern genauso auch als Fußcreme angewendet werden.

Die Kosmetikindustrie verarbeitet das Olivenöl zu den unterschiedlichsten Produkten:

  • Olivenöl Duschbad
  • Olivenöl Deo bzw. Deospray
  • Olivenöl Massageöl
  • u.A.

Olivenöl kann als Naturmittel gegen Schuppen verwendet werden, wenn Sie es auf der Kopfhaut einmassieren. Mit Ölivenöl können Sie gestressten Füßen etwas Gutes tun und sich Abends nach Feierabend ein enstpannendes, entzündungshemmendes und feuchtigkeitsspendendes Olivenöl Fußbad gönnen.

Olivenöl Herstellung und Hersteller

Olivenöl wird traditionell nicht wie andere Öle raffiniert, sondern kalt gepresst. Olivenöl wird durch Kaltpressung des Fruchtfleisches und den Olivenkernen gewonnen.

Bleibt das Olivenöl ungefiltert, so ist es meist noch trüb.

Früher noch, v. Chr., wurde das Olivenöl zwar auch schon verzehrt, aber hauptsächlich zu Salben verarbeitet und auch zur Beleuchtung genutzt.

Verbreitet wurde die Olive wohl von dem semitischem Volk, wo einst das Phönizien am Mittelmeer war. Jetzt gehört dieser Teil der Mittelmeerküste zu Libanon und Syrien. Mehrere 1000 Jahre v. Chr. wurde Olivenöl auch in Kreta, Italien, Sizilien und Zypern gewonnen.

Bei der traditionellen Kaltpressung ergeben ca. 5 Kilogramm Oliven ca. 1 Liter Olivenöl.

Bei der Gewinnung von Olivenöl werden unter den Bäumen große Tücher gelegt und mit einem Stock gegen die Zweige geschlagen. In automatisierten Betrieben werden die Olivenbäume dichter beieinander gepflanzt und mit Rüttelmaschinen gearbeitet. Durch diesen Automatismus ist es möglich mit weniger Personal effizienter und schneller bei der der Gewinnung von Olivenöl zu arbeiten. Das Schlag mit dem Stock tut den Zweigen der Olivenbäume meist nicht gut, also gibt es lange Stöcker mit elektrisch bewegenden Armen daran.

Die elektrischen Geräte stressen zwar den Olivenbaum, allerdings ist es dennoch eine wirkschaftlich effektive Methode. Es gibt Olivenölproduzenten, die darauf warten bis die Oliven selbstständig vom Baum fallen – leider mindert das die Qualität des Olivenöls, da die Oliven am Boden schnell faul werden und oxidieren.

Um nun das Öl aus den Oliven zu gewinnen, muss es gepresst werden. Bei der Gewinnung von Olivenöl gibt es 2 verschiedene Pressverfahren. Bei der traditionellen Pressung wird mit Pressmatten aus Stahl gearbeitet. Im europäischem Raum ist es allerdings wirtschaftlicher mit Zentrifugen, als mit normaler Olivenölpresse zu arbeiten.

Die Ernte und die Olivenpressung muss schnell gehen und darf nicht länger als 24 Stunden dauern – desto hochwertiger ist das Öl. Während der Kaltpressung darf das Material niemals wärmer als 33 Grad werden.

Olivenöl wird am meisten mit 1.110.000 Tonnen pro Jahr in Spanien produziert. Auf Platz 2 liegt Italien mit 422.000 Tonnen. Italien selbst importiert ungefähr genauso viel Olivenöl wie es selbst produziert. Das meiste in Italien importierte Öl wird lediglich aufbereitet und dann in aller Welt weiter verkauft.

Vorraussetzungen, um ein natives bzw. Extra Virgin Olivenöl herzustellen

Alles fängt bei der Olive selbst an. Wichtigste Vorraussetzung ist, dass eine gute Olivensorte gewählt wird. Die Olive sollte vor allem reif und der Olivenbaum muss frei von Schädlingen sein. Faule Oliven haben in der Olivenpresse nichts zu suchen. Optimaler Weise sollten die Oliven vor der Pressung eine Rüttelmaschine passieren, damit Äste und Laub das Olivenöl später nicht verunreinigen können. Das Olivenöl muss vor allem schnell verarbeitet werden, damit es so wenig wie möglich an der Luft oxidieren kann, denn Olivenöl ist oxidativ.

Worauf ist beim Kauf von Olivenöl zu achten?

Achten Sie beim Kauf von Olivenöl immer auf die Bezeichnung „Extra Virgin“ oder auch „Natives Olivenöl Extra“, „nativ extra”, dann stimmt die Qualität. Diese Bezeichnungen sind ein Qualitätsmerkmal von Olivenöl und daran können Sie ein echtes Olivenöl erkennen.

Die Europäische Union hat Parameter für die Beurteilung von Olivenöl einführt. Der Anteil von Fettsäureester FAME und FAEE ist festgelegt und vorgeschrieben. Demnach weist ein natives Olivenöl bzw. „Extra Virgin“ einen Höchstgehalt an Alkylestern von 150mg/kg auf. Ist der Anteil von Alkylestern höher, ist dies ein Anzeichen von schlechter Produktion und dann darf das Olivenöl nicht als „Extra Virgin“ verkauft.

Folgende Olivenöl-Bezeichnungen dürfen nicht zum Verzehr an Verbraucher abgegeben werden:

  • Lampanöl
  • Raffiniertes Olivenöl
  • Rohes Oliventresteröl
  • Raffiniertes Oliventresteröl

Folgende Bezeichungen sind zwar auf dem Markt erhältlich, aber ein Mischungsverhältnis ist ungewiss. Der Anteil an nativem Olivenöl liegt zwischen 1-99%. Die unten genannten Olivenöl-Bezeichnungen weisen meist einen weniger intensiven Geschmack auf, da sie raffiniert wurden bzw. mit raffiniertem Olivenöl gemischt sind.

  • Olivenöl
  • Oliventresteröl

Olivenöl in der Küche

Welches Olivenöl eigent sich zum braten und welches zum geschmacklichen verfeinern?

Olivenöl ist ein Fett, welches in der mediterranen Küche auf keinen Fall fehlen darf. Achten Sie beim Braten mit Olivenöl darauf, dass das Öl nicht anfängt zu „rauchen“. Das ist nicht nur ungesund, sondern auch evtl. schädlich. Wenn das Öl raucht, dann ist es zu stark erhitzt worden. Olivenöl (raffiniertes Olivenöl) kann bis ca. 230 °C ähnlich wie normales Sonnenblumenöl zum braten erhitzt werden.

Nehmen wir aber das native Olivenöl bzw. „nativ Extra“ bzw. „Extra Virgin“, also das naturtrübe unbehandelte Olivenöl, so darf die Temperatur beim braten nicht höher als 130-180 °C steigen. Wenn man mit Extra Virgin Olivenöl anbraten möchte, sollte man die Bratzeit sehr kurz halten. Normalerweise muss man Öl zum Braten in der Pfanne erst heiß werden lassen, aber bei Extra-Virgin Olivenöl sollten Sie die Pfanne ohne Öl erhitzen und das Öl erst in die Pfanne einlaufen lassen, wenn Sie das Bratgut einlegen wollen. Wenn Sie diese Regeln beachten, leben Sie gesund und verhindern die Entwicklung von Stoffen, die evtl. krebserregend sein könnten.

Das Extra-Virgin Öl eignet sich perfekt zum Verfeinern von kalten Speisen. Olivenöl passt hervorragend auf Ciabatta-Brot für Bruschetta, oder als Dressing für Salat. Lesen Sie dazu auch den überliegenden Abschnitt „Worauf ist beim Kauf von Olivenöl zu achten?

Ob Olivenöl zum Backen geeignet ist, sollten Sie selbst entscheiden. Tatsache ist, dass man mit Olivenöl auch Backen kann. Das Olivenöl hat einen typischen Eigengeschmack, der nicht zu jeder Art von Zutaten passt. Probieren Sie es doch einfach mal aus.

Wieviel Kalorien hat ein Esslöffel Olivenöl ?

Ein einziger Esslöffel mit ca. 14 Gramm Olivenöl hat circa 121 Kcal.

Eignet sich Olivenöl für eine Diät zum Abnehmen?

Wenn es darum geht den täglichen Fettbedarf in Form von Ölen am Tag zu decken ist Olivenöl kein schlechtes Öl. Olivenöl ist definitiv gesünder als Butter, oder Butterschmalz, da Olivenöl keine ungesunden Transfette und relativ wenig gesättigte Fettsäuren enthält. Allerdings hat Olivenöl genauso Kalorien wie zum Beispiel Sonnenblumenöl. Zum Abnehmen eignet sich Olivenöl nur in einer ketogenen Diät, da in der ketogenen Diät eine hohe Zufuhr von Fett wichtig ist. Ohne ketogene oder Low carb Diät ist ein Abnehmen mit Olivenöl nicht möglich.

Sollten Sie zuviel Olivenöl zu sich nehmen, könnte es zu Durchfall kommen, da Olivenöl abführend wirkt. Eine übermäßige Einnahme von Olivenöl ist dennoch keine geeignete Methode um abzunehmen. Wenn Sie Abnehmen wollen, sollten Sie auch mit dem Olivenöl sparsam umgehen. (Jamie Oliver ist alles andere als sparsam mit dem Olivenöl).

Wo kann man Olivenöl überall kaufen?

Olivenöl aus Kreta oder Italien gibt in Supermärken und Discounter wie Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Penny, Netto, Rossmann, oder auch DM.

Der Olivenbaum

Allein in Italien gibt es rund 300 Olivensorten. Der Olivenbaum ist schon seit 4000 Jahre v. Chr. eine grüne Nutzpflanze und gehört zu den Ölbaumgewächsen und wird auch „Echter Ölbaum“ genannt. Der Stamm des Olivenbaums ist sehr dick und knorrig und wird bis zu ca. 20 Meter hoch. Am Stamm werden die Olivenbäume so beschnitten, dass die Äste darauf schief und quer wachsen, um möglichst hohe Erträge zu erzielen. Bei der Zucht von Olivenbäumen muss man sehr geduldig sein, denn sie wachsen sehr langsam und werden sehr alt. Der Olivenbaum trägt erst nach circa 20 Jahren die ersten Oliven

Die Olive

Im reifen Zustand ist die Olive ehr violett bis braun oder auch schon schwarz, aber roh ist sie immer knallgrün. Die Olive kann maximal 4 cm groß werden, je nach Sorte. Im Inneren der Olive befindet sich der Kern, daher gehören Oliven auch zu den Steinfrüchten. Die Olive selbst hat einen Fettanteil von ca. 6-30 Prozent.

Haltbarkeit und Lagerung von Olivenöl

Lagern Sie Ihr Olivenöl bitte stets dunkel und verschlossen. Sollte Ihr Olivenöl flockig werden, so lagern Sie es warscheinlich bei Temperaturen unter 9 °C. Die flockige Konsistenz ist normal bei zu kühl gelagerten Ölen. Der Grund für die Flocken im Öl ist die im Olivenöl enthaltene wachsartige Palmitinsäure, welche in der Industrie als Verdickungsmittel verwendet wird.

Achten Sie stets darauf, dass bei Kauf von Olivenöl das Mindeshaltbarkeitsdatum (MHD) nicht abgelaufen oder überschritten ist.

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